Aus der Praxis · Thun · schweizweit

Keine Fallstudien.
Fälle.

Anonymisiert, weil die Firmen mir vertraut haben. Wahr, weil sie so passiert sind.

Acht Geschichten. Jede endet mit einem Satz, den ich seither immer wieder sage.

Prozess vor Digitalisierung

17 Schritte. Jetzt noch 4.

174manuelle
schritte

Ein Schweizer KMU mit 20 Standorten wollte seine Buchhaltung digitalisieren. Sie war bereits «digital»: Man verschickte PDFs. Hin und her. Zwischen Rechnungseingang und Buchung lagen 17 manuelle Arbeitsschritte.

Der naheliegende Auftrag wäre gewesen, diese 17 Schritte zu automatisieren. Ein Tool hätte das gekonnt. Es hätte 17 unnötige Schritte sehr schnell erledigt.

Ich habe keinen einzigen digitalisiert. Erst verstanden. Dann vereinfacht. Dann automatisiert.

Was blieb, waren vier Schritte. Die restlichen dreizehn hatte nie jemand gebraucht — sie waren nur nie jemandem aufgefallen.

Führung

Zwei Abteilungen. Ein Budget.
Plötzlich dieselbe Seite.

Ein Schweizer Unternehmen mit eigener IT: Entwicklung und Support. Der Leiter der Entwicklung führte faktisch die gesamte IT. Er gab die Richtung vor — und beurteilte die Abteilung, die seine Fehler ausbadete.

Die Entwicklung lieferte. Keine Übergabe, keine Dokumentation. Der Support erfuhr von Neuerungen, wenn der erste Anwender anrief.

Wer gehen konnte, ging. Am Ende auch der Teamleiter des Supports. Dann kam ich.

Ich hätte einen Workshop zur Zusammenarbeit ansetzen können. Beides hilft, wenn Menschen einander nicht verstehen. Hier verstanden sie einander bestens.

Stattdessen habe ich die Regeln geändert.

Ein Budget für beide Abteilungen. Ein Ticketsystem, das sichtbar macht, woher ein Fehler kommt. Leistungsvereinbarungen für beide Seiten — auch für die Entwicklung. Von da an kostete ein Bug die Entwicklung ihr eigenes Budget.

Menschen arbeiten nicht gegeneinander, weil sie böse sind. Und nicht, weil sie unfähig sind. Sie tun es, weil die Struktur sie dafür belohnt. Ändern Sie die Struktur.

Mut zum Abbruch

Zwei ERP-Einführungen.
Eine habe ich abgebrochen.

Zwei Firmen, ähnliches Budget. Bei der ersten haben wir drei Monate lang Prozesse analysiert, bevor jemand das System konfiguriert hat. Es funktioniert bis heute.

Bei der zweiten wollte man schnell sein. Nach sechs Monaten lief das System. Daneben arbeiteten die Leute weiter in Excel.

Kein Tool der Welt ersetzt einen Prozess, den es nicht gibt.

Ein ehrliches Nein kostet mich ein Mandat und erspart Ihnen ein Vielfaches.

Einfache Lösungen

Aus Nächten wurden zwei Stunden.

Nächte2stunden

Jedes Jahr derselbe dicke Ordner, kurz vor Schluss. Nächtelange Handarbeit, damit jedes Team sein Schild bekommt.

Als ich die Website neu aufbaute, baute ich ein Backend dazu. Ein Häkchen pro Team. Ein Klick erzeugt alle Schilder als PDF.

Die Lösung war nicht kompliziert. Nur hatte vorher niemand gefragt, was da eigentlich passiert.

Architektur statt Hardware

Der Server auf dem Sportplatz.

Zeitmessung bei Sportveranstaltungen. Der Server wurde zu jedem Wettkampfort getragen — in Schwimmbäder, in Sporthallen. Kein Gerät hält das lange aus.

Die Lösung war keine teurere Maschine. Es waren tragbare Arbeitsplätze mit gespiegelten Festplatten und einem Hypervisor. Für jede Sportart eine Vorlage.

Früher Stunden für die Einrichtung. Heute: Vorlage laden, loslegen.

Bereitschaft

Reserve, die keine ist.

2 StdMinbis einsatzbereit

Ersatz-Laptops lagen im Schrank. Wenn man sie brauchte, kamen erst zwei Stunden Updates.

Die Abbilder laufen jetzt als virtuelle Maschinen auf einem Hypervisor, rund um die Uhr aktuell. Festplatte anschliessen, Abbild einspielen.

Minuten statt Stunden. Eine Reserve, die im Schrank veraltet, ist keine.

Digitale Souveränität

Sie wollten ihre IT zurück.
Niemand wusste mehr, wie.

Ausgelagert wurde in Etappen. Erst standen die eigenen Server in einem Rechenzentrum. Dann ging der Betrieb ins Ausland. Beim nächsten Hardwarewechsel zogen die Server physisch mit. Am Ende lag alles in der Cloud.

Jeder einzelne Schritt war begründbar. Zusammen ergaben sie ein Unternehmen, das nicht mehr wusste, wie die eigene IT funktioniert.

Bestandsaufnahme. Realistisch eingeschätzt. Schrittweise aufgebaut.

Zurück kommt nie dasselbe Paket. Die Server bleiben weg — dafür braucht es Menschen, die verstehen, wie man steuert, was in fremden Händen läuft.

Man holt nicht zurück, was man weggegeben hat. Man baut etwas Neues.

Konzern-Erfahrung

Kollegen reisten an,
um zuzuschauen.

Viele Jahre im europäischen Hauptsitz eines der grössten Unternehmen der Welt. Irgendwann kamen Kollegen aus anderen Ländern, um zu sehen, wie wir es machen.

Es gab keinen Trick. Klare Prozesse, klare Verantwortungen — und eine IT, die nicht Tickets löste, sondern das Geschäft verstand.

Dasselbe funktioniert im KMU. Dort wird es sogar dringender gebraucht.

Der erste Schritt

Erst verstehen.
Dann entscheiden.

Ein Gespräch, in dem ich zuhöre und Fragen stelle. Wenn ich sehe, dass Sie mich nicht brauchen, sage ich Ihnen das.

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